Wochenpresse

Da die Tagespresse im Wettlauf um die Aktualität einer Nachricht mit Fernsehen, Radio und Internet konkurrieren muss, setzt die französische Wochenpresse auf gut recherchierte Hintergrundinformationen und verdeutlicht komplizierte Zusammenhänge. Auch die Darstellungsform der Informationen ist in der Regel ausgefeilter, weil die Journalisten nicht sofort auf jede neu eintreffende Nachricht reagieren müssen, sondern die Möglichkeit einer planvolleren Arbeit haben. So werden z.B. die benötigten Fotos für einen Artikel nicht hektisch ausgewählt, sondern rechtzeitig in Auftrag gegeben, Grafiken und aufwendige Schaubilder sorgfältig hergestellt, um Informationen anschaulicher darzustellen.

Seit den 80-er Jahren ist ein Trend hin zu leicht verdaulicher, reich illustrierter Lektüre zu beobachten, der vor allem bei den Freizeitblättern wie z.B. Paris-Match oder Point de Vue sichtbar wird. Die Modezeitschriften (Cosmopolitan, Elle, Glamour...) folgen im Grunde genommen der gleichen Strömung, zeigen jedoch die Besonderheit, dass sie in mehreren Ländern in gleicher Aufmachung erscheinen und sich so, durch die enorme Kostenersparnis, herausragende Fotos und qualitativ hochwertiges Papier leisten können. Die Internationalisierung vieler Zeitschriften (Mode, Computer, Kunst, Foto...) wirkt sich auch stark auf den Anzeigenmarkt aus, da diese Zeitschriften nun für weltweit agierende Unternehmen als Werbeträger interessant und mittlerweile unverzichtbar sind. Eine weitere Tendenz auf dem Zeitschriftenmarkt zeigt sich in der Beifügung von Beilagen zur Tageszeitung gegen einen geringen Aufpreis. Diese Politik setzte noch der Medienmagnat Robert Hersant in Gang, als er die Samstagsausgabe von Le Figaro mit Madame Figaro, Figaro-Magazine und TV-Magazine ergänzte. Damit erreichte er einen sprunghaften Anstieg der verkauften Zeitungen von Le Figaro am Samstag und brachte sich mit dieser Idee auf dem Zeitschriftenmarkt in eine führende Position. Später erhielten alle Zeitungen aus dem Hersant-Verlag das TV-Magazine als Samstagsbeilage und da der Multikonzern die Kontrolle über 30% aller französischen Tageszeitungen hatte, ließ das TV-Magazine sämtliche Konkurrenten hinter sich und ist mit 4,73 Mio. verkauften Exemplaren noch heute unumstrittener Marktführer.

Thematisch gesehen bietet die Wochenpresse in Frankreich ein reichhaltiges Angebot. Außer über 190 regionalen Wochenzeitungen gibt es noch eine Vielzahl an Publikumszeitschriften, die einem breiten Publikum verschiedene Themen nahe bringen. Die größte Verbreitung haben die Fernsehzeitschriften (Télé 7 Jours, Télé Z...), gefolgt von Frauenzeitschriften (Femme Actuelle, Prima...), Nachrichtenmagazinen (Le Nouvel Observateur, L’Express...) und Wirtschaftstitel (Le Particulier, Capital...). In letzter Zeit erfreuen sich auch Männermagazine, wie z.B. Entrevue großer Beliebtheit. Traditionell haben die satirischen, humoristischen Zeitungen (Le Canard enchaîné, Charlie Hebdo...) eine große Anhängerschaft. Auf Grund der großen Nachfrage über Informationen zu Pferderennen verzeichnen die Sonntagszeitungen Gesamtauflagen mit bis zu 4 Mio. Exemplaren. Obwohl fast alle regionalen Tageszeitungen ein Sonntagspendant besitzen, gelang es der Sonntagsausgabe der populärsten Sportzeitung L’Equipe mit 340000 verkauften Zeitungen zum Marktführer zu avancieren.

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